GARTEN – Nachrichten – September 2019 aus Bingenheim


GARTEN – Nachrichten – September 2019
Liebe Gartenfreundin, lieber Gartenfreund,
unser buntes Blumenzwiebel- und Pfingstrosensortiment ist online und die Kataloge sollten inzwischen bei Ihnen angekommen sein. In diesem Jahr möchten wir besonders auf unser attraktives und farbenfrohes Pfingstrosensortiment hinweisen, für das die Züchterin Annegret Rose in diesem Jahr die „Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft“ bekommen hat. Annegret Rose bewirtschaftet ihre Pfingstrosenfelder ökologisch nach Demeter-Richtlinien und ihr großes Anliegen ist es, dem Boden und den Pflanzen mit Respekt zu begegnen.
Pfingstrosen
Die Blumenzwiebeln sind wie immer bis Ende November bestellbar, allerdings können wir aus Erfahrung sagen, dass zum Ende der Saison nicht mehr alle Sorten verfügbar sind.
Eine Bestellung der Blumenzwiebeln über unseren Onlineshop bietet Ihnen wie uns große Vorteile. Sie können die Verfügbarkeit der einzelnen Sorten direkt prüfen und wir können einfacher und schneller Ihre Bestellungen bearbeiten.
So gelingt es: Bunte Blütenteppiche im Herbst anlegen
Ob Rasenfläche im Garten oder Obstwiese, wer Platz hat, kann sich seine eigene bunte, wilde Frühlingswiese erschaffen. Wir haben in unserem Angebot eine Reihe von robusten Sorten die jedes Jahr zuverlässig die Wiesen bunt werden lassen und sich außerdem auch noch selbstständig vermehren. Dazu gehören neben den Krokussen, Traubenhyazinthen und Wildtulpen zum Beispiel auch einigeNarzissensorten wie Recurvus. Diese haben keine Probleme sich im Rasen den Weg nach oben zu bahnen.
Traubenhyazinthen-Kollektion
Zum Verwildern sollte immer mit einer großen Anzahl von Zwiebeln geplant werden. Das ist eine einmalige Investition, die sich im Laufe der Jahre mit der zunehmender Pracht mehr als bezahlt macht. Die Kunst der Verwilderung besteht darin, den Pflanzen so gute Lebensbedingungen zu bieten, dass sie sich aus eigener Kraft über viele Jahre hinweg am selben Standort halten und vermehren können. Damit es schön wild wird und gelingt hier unsere 8 Tipps:

1. Blütenmeer im Rasen: Mit einem Spaten ein rechteckiges Stück abstechen und die Grasnarbe abschälen. Dann die Erde darunter lockern und bei schweren Böden eventuell Sand untermischen. Die Zwiebeln verteilen, mit Erde bedecken, angießen, Rasensode wieder darüber klappen und leicht antreten.
2. Die Zwiebeln nicht gleichmäßig über die Fläche verteilen oder gar in Reih und Glied setzen, sondern in größeren und kleineren Pulks anordnen.

Krokusse
3. Rasenflächen mit Blumenzwiebeln dürfen erst gemäht werden, wenn das Zwiebellaub vergilbt ist, also etwa fünf bis sechs Wochen nach der Blüte.
4. Krokusse vermehren sich durch Brutzwiebeln und Samen. Besonders schnell auf leichteren, durchlässigen Böden.
5. Narzissen sollten einen Platz bekommen an dem sie die meiste Zeit des Jahres ausreichend Sonne haben: Sie vermehren sich mit der Zeit über Tochterzwiebeln. Verblühte Stiele abschneiden, die Blätter aber stehen lassen bis sie verwelkt sind.
6. Die Verwilderung der Wildtulpen gelingt besser im Steingarten oder vor lichtem Gehölz als mitten auf einer Wiese. Sie wollen ungestört an ihrem Platz verbleiben und vermehren sich dort über Brutzwiebeln und Samen.
7. Zierlauchsorten versamen großzügig, wenn man die Blütenstände nicht abschneidet. So können sich imLaufe der Jahre durch Verwilderung größere Bestände im Garten etablieren.
8. Waldhyazinthen vermehren sich auch gut in den schattigen Bereichen des Gartens.
Narzissen
Viel Freude beim Gestalten und Bewundern.
Neues für den Frühlingsgarten
Zierliche Zierlauch-Kollektion
Sicher haben Sie sie schon entdeckt: unsere Neuheiten im Blumenzwiebelkatalog. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel unsere beliebten Blumenzwiebel-Mischungen um die „Zierliche Zierlauchkollektion“ erweitert: Drei hübsche, niedrige Zierlauchsorten in einer Tüte, die vor allem für den Speiseplan der Bienen und Schmetterlinge eine echte Bereicherung sind.
Die neu ins Sortiment gekommene Krokussorte „Crocus sieberi Tricolor“ ist unser Favorit in diesem Jahr: Das zauberhafte Farbenspiel bringt Frühlingsleuchten in den Garten. Die Blüten gehen in der Mitte von einem warmen Gelb über in ein leuchtendes Lila, getrennt von einem weißen Ring. Diese Neuheiten eignen sich übrigens beide auch sehr gut zum Verwildern. Bei den Tulpen möchten wir besonders die Sorte „Pako“ hervorheben, die mit ihren orangeroten, drallen Blüten in den Farben des Sonnenuntergangs tolle Akzente im Garten setzt.

Hier geht’s zu den Blumenzwiebeln.

Pako
Unser Sommer-Kultur-Tipp: Saatgut selbst vermehren
Im eigenen Garten Saatgut selbst gewinnen – am besten aus den eigenen Lieblingssorten – das schafft noch mal eine besondere Verbindung zu den selbst gezogenen Pflanzen und ist gar nicht so kompliziert.
Bis vor einigen Jahrzehnten war es üblich, die eigenen Gemüsesorten immer weiter zu vermehren. Sie gehörten praktisch zur Familie und wurden mit Haus, Hof und Garten weitervererbt und nicht selten über den Gartenzaun hinweg mit dem Nachbarn getauscht. Nach der aktuellen EU-Saatgutverordnung ist Hobbygärtner_innen das Tauschen, Verschenken und Wiederaussäen von samenfestem Saatgut auch heute noch erlaubt.
Damit die ersten Versuche direkt gelingen – hier ein paar Tricks und Hinweise:
  • Die Vermehrung von Kulturpflanzen gelingt am besten mit samenfesten Sorten, die von Natur aus ihre sortentypischen Eigenschaften an ihre Nachkommen weitergeben.
  • Vermehren Sie nur gesunde und kräftige Pflanzen. Der Salat, der vorzeitig schießt und zu Blühen anfängt, ist zum Beispiel weniger gut geeignet. Also am besten den dicksten und schönsten Kopf zur Saatguternte auf dem Beet stehen lassen, auch wenn es schwerfällt.
Radies-Samen
  • Einige Gemüsesorten lassen sich besonders einfach für das nächste Jahr vermehren. Bei Bohnen und Erbsen ein paar Hülsen hängen lassen bis sie pergamentartig vertrocknet sind und die harten Kerne zur Aussaat im nächsten Jahr ernten. Die Samen von Paprika und Tomaten aus dem Fleisch lösen, mit Wasser abspülen und auf Küchenpapier trocknen lassen. Zur Gewinnung von Radieschen-Samen von jeder Reihe ein bis zwei Radieschen stehen lassen und weiterwachsen lassen bis sie zunächst Blütenstände und dann Samenkapseln bilden.
Blühender Fenchel
  • Auch Samen von vielen Sommerblumensorten wie Kornblume, Cosmea, Mohn oder Ringelblume sind einfach zu ernten. Am besten lässt man die Samenstände ganz an der Pflanze abreifen bis sie durchgehend braun sind.
  • Auch im Kräutergarten kann man sich als Samengärtner_in üben. Gut dafür geeignet sind z. B. Schnittlauch, Dill oder Gewürzfenchel.
  • Die sichere Vermehrung von Kürbisgewächsen (z. B. Gurke, Melone, Kürbis und Zucchini) gestaltet sich schwieriger: Da sie in der Regel zu den Fremdbefruchtern gehören, sind Verkreuzungen mit anderen Sorten derselben Art sehr wahrscheinlich. So können gewohnte Sorteneigenschaften rasch verschwinden und ungewollte Eigenschaften sich mit einkreuzen.

Mehr zum Thema „Saatgut selbst vermehren“ finden Sie auch in dem passendem Video auf dem You-Tube Kanal von Gartengemüsekiosk. Unser Kollege Andreas Hernmarck-Wisbar verrät spannende Hintergrundinformationen aus der Praxis und gibt viele weitere hilfreiech Tipps.
Hier geht’s zum Video.

Allen unter Ihnen, die richtig in die Samengärtnerei einsteigen möchten, können wir das Buch „Handbuch Samengärtnerei“ von Andrea Heistiger ans Herz legen. Es vermittelt wichtige Grundkenntnisse rund um das Thema und gibt für alle Gemüsesorten detaillierte Anleitungen.

Handbuch Samengärtnerei
Lieblingsgemüse: Kersten liebt Spinat
Gammason
Mein absoluter Favorit aus dem eigenen Gemüse-Garten ist der Spinat. Er wächst zügig, ist ruckzuck geerntet und ist meine erste Wahl für die schnelle Küche. Wenn wir mal nicht alles ernten können bleibt der Rest einfach auf dem Beet und dient dort dem Boden als Gründüngung. Außerdem eignet er sich prima als Lückenfüller auf abgeernteten Beeten und lässt sich problemlos noch im September aussäen.
Mein Rezept-Tipp: Spinatsalat mit gebratenen Austernpilzen
250 g jungen Spinat waschen und gut abtropfen lassen. 100 g Austernpilze klein schneiden und zusammen mit einer Knoblauchzehe und einer Schalotte fein gehackt in Olivenöl in der Pfanne anbraten und mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Spinat auf den Tellern anrichten, eine Marinade aus weißem Balsamicoessig, Olivenöl, etwas Honig, Salz und Pfeffer darüber geben und mit den Austernpilzen garnieren. Dazu passt ein frisches Baguette.
Guten Appetit.
Kersten
Kurz vorgestellt: Unser Partner für biologisch-dynamische Gemüsezüchtung – Kultursaat e. V.
Kultursaat e.V.
Bereits seit 25 Jahren widmen sich Kultursaat-Züchterinnen und -Züchter in etwa 30 biologisch-dynamisch bewirtschafteten Zuchtgärten der Erhaltung und Weiterentwicklung nachbaufähiger Gemüsesorten. Der Verein mit Sitz in Bingenheim spricht sich klar gegen den privatwirtschaftlichen Besitz von Sorten aus. Ermöglicht durch Drittmittelförderung und Spenden werden die Sorten vom gemeinnützigen Verein als Kulturgut behandelt und stehen der Gesellschaft frei zur Verfügung.
Durch die klare Ausrichtung auf hohe Lebensmittelqualität und traditionelle Züchtungsmethoden ohne manipulative Eingriffe im Blütenbereich, entstehen qualitativ hochwertige, schmackhafte, an die Bedingungen des vielfältigen Ökolandbaus angepasste Sorten.
Tragen Sie mit zur Stärkung eines unabhängigen Ökolandbaus bei! Auch Sie können Mitglied bei Kultursaat e. V. werden und mit uns gemeinsam die ökologische Saatgutarbeit weiterentwickeln.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.kultursaat.org
Ich wünsche Ihnen eine reiche, genussvolle Erntezeit. 

In diesem Sinne grüßt Sie

Ihre Ulrike Stark

Hobbygartenberaterin

und das Team der Bingenheimer Saatgut AG

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