Warum haben wir eigentlich eine eigene Anzucht in unserer Solawi?


Warum eigentlich der große Aufwand, tausende Gemüsepflänzchen selber anzuziehen? Machen das andere Bio-Gärtnereien auch?

Nein! Die meisten Gärtnereien, mit ein paar Ausnahmen, können aus wirtschaftlichen Gründen keine eigene Anzucht mehr machen. Leider haben die Gärtnereien oder Landwirte oft keine andere Wahl, wenn sie bestehen wollen im Wirtschaftssystem. Das bedeutet sie sind abhängig von großen Jungpflanzenfirmen, die in Massenproduktion alle gängigen Gemüsesorten mit Bio-Hybridsaatgut maschinell herstellen.

Das wollen wir nicht! Deshalb war seit der Gründung der Solawi unser wichtigstes Anliegen eine eigene Anzucht zu entwickeln und wir sind sehr dankbar, dass wir es geschafft haben. Damit wir nachhaltig gezüchtetes Saatgut (samenfest) anziehen können, selbst unsere Anzuchterden bestimmen können und keine Industrie unterstützen, die mit der Produktion und dem Hybridsaatgut den Gemüseanbau in eine große Abhängigkeit stellen.

Wir wollen unabhängig von großen Konzernen der Saatgut-Lobby sein und deshalb die nachhaltige Erhaltung und Züchtung alter Gemüsesorten unterstützen. UND: Samenfestes Gemüse schmeckt intensiv und vielfältig!

Hybridsaatgut sind Gemüsehochleistungssorten bei deren Züchtung in den letzten 100 Jahren nur noch auf anbaurelevante Themen wie Resistenzen, Erträge, Gleichheit usw. gezüchtet wurde.

Das Problem: Die Pflanzen kommen nicht mehr richtig zur Abreife. Nur durch die Reife in der Pflanze setzt sich Zucker um (beim Obst offensichtlich), beim Gemüse kommt erst durch den Zucker der Geschmack zur Entfaltung (Zucker ist Geschmacksträger).

Neben vielen anderen Aspekten sind Gemüsepflanzen aus samenfestem Saatgut viel vitaler, gesünder, flexibler und aktiver im Austausch mit ihrer direkten Umgebung, den Bodenlebewesen in der Humusschicht auf unserem Acker.

Es heißt nicht umsonst gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunder Mensch!

Schreibe einen Kommentar